Bummel durch die Gassen von Venedig

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Nicht weit vom Markusplatz entfernt befindet sich die Calle larga 22. Marzo. Sie ist eine der teuersten Einkaufsstraßen Venedigs. Hier haben sich so berühmte Designerboutiquen wie Prada, Versace, Magli, Vuitton, Biagiotti, Bulgari und andere niedergelassen. Die Preise, falls die Ware in den Schaufenstern überhaupt ausgezeichnet ist, sind entsprechend.
Die Straße endet an der Brücke die über den Kanal Rio San Moisè führt. Die Kirche aus dem 9. Jahrhundert heißt ebenfalls San Moisè.
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An der Brücke befindet sich eine beliebte Anlegestelle für Gondeln. Durch den Bootsbetrieb ist die Brücke durchweg von schaulustigen Passanten besetzt.
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Hier hat man die Gelegenheit die schwarzen, lang gezogenen Boote, die man Venezianische Gondeln nennt, zu bewundern. Es gibt sie seit dem 1. Jahrtausend und sie sind ein nicht mehr weg zu denkendes Symbol der Lagunenstadt.
Im 16. Jahrhundert war die Gondel auf Venedigs Kanälen das gebräuchlichste Transport- und Fortbewegungsmittel. Es soll in dieser Zeit 10.000 Gondeln und mehr gegeben haben. Die reichen Venezianer nutzten die Gondel auch als Statussymbol und schmückten die Boot mit goldenen Beschlägen, Brokat und Seide aus und malten sie bunt an. Diese Prunksucht wurde dem Dogen Girolamo Privli irgendwann einmal zu viel und er verbot diese Unsitte kurzerhand. Seitdem dürfen die Gondeln nur noch schwarz angestrichen werden.
Heute gibt es noch etwa 400 Gondeln auf den Kanälen, die hauptsächlich dem Vergnügen der Touristen dienen, die sich den Sinn für Romantik bewahrt haben.
Die Gondel ist ein asymmetrisches Gefährt. Sie ist knapp 11 m lang und etwa 1,50 m breit. Auf der linken (Backbord) Seite ist sie um 24 cm breiter als auf rechten (Steuerbord) Seite. Der Gondoliere steht auf der linken Seite. Gerudert wird rechts. So ist das Gewicht des Bootes ausgeglichen, es ist äußerst wendig und kann sowohl geradeaus fahren als sich auch um die eigene Achse drehen. Was in den engen Kanälen äußerst wichtig ist.
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Eine der stark besuchten Touristenwege führt auf der linken Kanalseite von der Scalcibrücke über viele Straßen und kleinen Kanälen bis zur Rialtobrücke. Die Geschäfte sind ausschließlich auf den Tourismus ausgerichtet. Die Preise sind entsprechend hoch. Auch Restaurants, Pizzerien und Straßencafes findet man zu Genüge. Ebenfalls Bäckereien und Lebensmittelgeschäfte sind hier ansässig. Aber Vorsicht: es sind alles Touristenpreise.
Die meisten Touristen scheuen die hohen Preise der Restaurants und kaufen sich an kleinen Pizzerien ein Stück Pizza, welche sie dann auf ihrem weiteren Weg auf der Hand essen.
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Auch Markt- und Verkaufsstände, die morgens aufgebaut und abends wieder abgebaut werden, gibt es überall da wo sich Touristen aufhalten. Die Fotos sind am frühen Morgen entstanden. In der Mittagszeit gibt es vor lauter Menschen kein Durchkommen mehr.
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Geschäfte und Boutiquen, die ausschließlich Venezianische Masken verkaufen, gab es mehrere auf unserem Weg bis zur Rialtobrücke.
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Es sind teilweise sehr schöne Masken die aufwendig gestaltet und handwerklich sauber verarbeitet sind.
Zu T euer oder nicht, schön sind die Masken allemal. Während die Preise der Masken auf den oberen Fotos unter 100 Euro lagen, bewegten sie sich bei den unten gezeigten Fotos zwischen 180 und 370 Euro.
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Wir haben uns die Zeit genommen ohne Ziel und ohne Stadtplan und abseits der üblichen Touristenpfade Venedig zu erkunden und zu erleben. Wir haben uns treiben lassen und sind über unzählige Straßen und Sträßchen gegangen die teilweise breiter als lang waren (Breit heißt hier schon 5 m). Wir sind in Sackgassen gelandet oder standen plötzlich vor einem Kanal und mußten wieder zurück. Wir wußten nicht immer wo wir waren - aber so richtig verlaufen kann man sich hier nicht. Dafür ist Venedig nun doch zu klein. Bei solchen Exkursionen merkt man sehr schnell welches Riesenproblem Venedig hat. Es ist das Wasser. Wir haben, durch das Absinken der Fundamente und dem Ansteigen des Meeresspiegels mit gleichzeitigem Ansteigen des salzigen Grundwassers bedingt, hoffnungslos heruntergekommene, jahrhunderte alte Gebäude gesehen, die in naher Zukunft einstürzen werden oder in einem Fall schon eingestürzt sind. Die Mauern sind bis zur 2. Etage hin nass, das Salz des Grundwassers ist auskristallisiert und der Putz ist abgefallen. Wohnen kann man hier schon lange nicht mehr. Wie es heißt sollen 30 Prozent der Häuser leerstehen. Es sieht auch nicht danach aus als wenn man sich große Mühe machen würde dieses historische Erbe zu erhalten. Baustellen, von denen man annehmen könnte daß die Gebäude restauriert werden, haben wir während unseres Aufenthaltes in Venedig nur ganz wenige gesehen. Allerdings: Venedig kann trotz der hohen Einnahmen durch den Tourismus den Erhalt dieser Stadt nicht alleine bewältigen. Die Kosten übersteigen die Finanzkraft der Stadt bei weitem. Hier sind alle gefordert die ein solches Erbe der Nachwelt erhalten möchten.
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Die Straßennamen braucht man sich nicht zu merken. Sie sind irgendwie alle gleich. Man hat sie sowieso sofort wieder vergessen. Muß man wirklich mal nach dem Weg fragen so trifft man auf außergewöhnlich freundliche und hilfsbereite Einheimische, die dem Fremden gerne weiterhelfen.
Die Hinweisschilder an den Hauswänden tun ein Übriges um den Touristen wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
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Die Fotos unten sind auf unserem Spaziergang durch Venedig entstanden.
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In San Polo befindet sich die Kirche San Giacomo di Rialto, die als eine der ältesten von Venedig gilt (Foto unten links).
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