Markusbasilika, Markusplatz, Glockenturm,
Dogenpalast, Seufzerbrücke

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Der Markusplatz vereinigt die gesamte politische, soziale und religiöse Geschichte Venedigs. Hier befinden sich mit der Markusbasilika (Basilica di San Marco), dem Dogenpalast (Palazzo Ducale) sowie dem Glockenturm (Campanile) die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. An der Westseite des Markusplatzes steht das wichtigste und bekannteste Bauwerk Venedigs, die Markusbasilika. Ihr Ursprung geht auf das Jahr 829 zurück, als der Doge Partecipazio eine Basilika errichten ließ um die Gebeine des Evangelisten Markus aufzunehmen, der von jenem Zeitpunkt an zum einzigen Schutzpatron der Stadt wurde. Durch einen Brand wurde die Kirche im Jahre 976 zerstört und ab 1043 bis 1071 an gleicher Stelle in ihrer heutigen Form wiederaufgebaut. Die Kirche ist nach byzantinischem Vorbild als Kreuzkuppelkirche erbaut worden. Die Form eines griechischen Kreuzes bildet den Grundriss dieser Kirche, welche von insgesamt fünf Kuppeln überdacht ist.
Es dauerte jedoch noch Jahrhunderte bis der prachtvolle Schmuck ihrer Fassade und des Innenraumes mit kostbaren Wandmalereien und Mosaiken fertig gestellt war.
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Die Hauptfassade der Markusbasilika (Foto oben) hat eine Länge von 52 m. Sie unterteilt sich in 5 Portalen. Die Mosaikbilder in den Nischen über den Portalen zeigen die Entführung der Markusreliquien aus Alexandrien, die Ankunft in Venedig und die Verehrung und Überführung in die Markuskirche. An der Westseite des Portals (Foto unten) befindet sich, " die Überführung des Leichnams in die Markuskirche", das älteste, um 1260 entstandene, Mosaik. Diese Darstellung ist eine der wenigen Überlieferungen wie die Basilika ursprünglich ausgesehen hat. Die anderen Mosaiken stammen aus den Jahren 1660 und 1730.
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Über den Portalen befindet sich eine begehbare Brüstung. Hier stehen vor dem großen Mittelfenster die Nachbildungen der vier Pferde, die Macht und ununterdrückbaren Willen zur Freiheit symbolisieren sollen. Die Originale stehen im Museum der Basilika. Die Pferde wurden 1204 als Kriegsbeute aus Konstantinopel mitgebracht und hier aufgestellt. Was Napoleon nicht hinderte sie 1797 ebenfalls zu requirieren und nach Paris bringen zu lassen. 1815 kehrten die Pferde nach Venedig zurück.
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Das Symbol des Evangelisten Markus und gleichzeitig das Wahrzeichen Venedigs ist der geflügelte Löwe. Diese Figur kann man in unterschiedlichsten Ausführungen in der gesamten Stadt, ganz besonders oft aber in und an der Basilika bewundern.
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Die vier Lünetten (Lünette = Bogenfeld über Türen und Fenstern) auf dem oberen Teil der Fassade stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar (Fotos unten). Sie zeigen von links nach rechts die Kreuzabnahme, die Höllenfahrt, die Auferstehung und die Himmelfahrt.
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Der Abschluss der gesamten Fassade ist reich dekoriert mit Statuen und Skulpturen (Foto unten links).
Im Innern der Basilika darf nicht fotografiert werden. Ein Foto ist trotzdem vom prunkvoll ausgestatteten Kircheninneren gelungen. Die Gebeine des heiligen Markus ruhen unter dem Hochaltar im Chor. Ein Baldachin aus Marmor überwölbt den Altar.
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Der Balkon im Mittelteil der Basilika erstreckt sich durchgehend von der Nordfassade über die gesamte Westfassade bis hin zur Südfassade. Von hier oben hat man eine wunderbare Aussicht auf den Markusplatz und die ihn begrenzenden Gebäude. Das Foto links ist ein Blick auf die Piazetta mit den beiden Säulen, links den Dogenpalast, im Hintergrund das Becken von San Marco und rechts, gegenüber dem Dogenpalast, die Bibliothek Marciana. Sie wurde von 1536 - 1588 erbaut. Das Foto rechts zeigt den an diesem Tag zum Teil unter Wasser stehenden Markusplatz.
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Etwas versteckt, an der Südwestecke der Basilika eingemauert, befinden sich vier gerüstete Krieger als Wächter der Basilika und des Dogenpalastes. Diese Statuen sind ebenfalls Beutestücke aus Konstantinopel und stellen wahrscheinlich vier gemeinsam regierende Kaiser des Römischen Reichs aus dem 3. Jahrhundert dar. Der Pfeil auf dem linken Foto zeigt auf die Statuen und auf den Eingang zum Innenhof des Dogenpalastes Porta della Carta.
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Der Markusplatz ist mit der Markuskirche, dem Dogenpalast und dem Campanile das Herz von Venedig. Der große trapezförmige Platz hat eine Länge von 175 m, an der Basilika eine Breite von 82 m und an der gegenüberliegenden Seite 57 m (Foto unten).
Begrenzt wird der Platz an der rechten Seite von den alten Prokuratorien (Verwaltungsgebäude der Republik Venedig). Auf der linken Seite stehen die neuen Prokuratorien und im Hintergrund, von 1807, der Napoleonische Flügel.
In den Arkaden im Erdgeschoss der neuen Prokuratorien sind kleine, sündhaft teure, Läden untergebracht. Hier befinden sich auch die beiden berühmtesten Cafes Venedigs. Das Cafè Quadri und das Cafe Florian wurden im Jahre 1683 eröffnet und waren die ersten Cafehäuser Europas.
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Bei unserem ersten Besuch war der Markusplatz trocken. Bei unserem zweiten Besuch stand er bis auf einen schmalen Mittelstreifen unter Wasser. Nachdem die Flut der Adria überschritten war, ging auch das Hochwasser auf dem Markusplatz zurück (Foto unten links). Eine Stunde später haben wir den Platz vom Campanile aus gesehen und wie man sieht ist er fast wieder trocken.
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Was wäre der Markusplatz ohne seine Tauben. Abertausende warten jeden Tag auf die Touristen um ihre Futterration zu erhaschen. Mehrere Händler stehen bereit um für 1 Euro ca. 40 - 50 Gramm Taubenfutter zu verkaufen..... Was einem Kilopreis für Vogelfutter von lockeren 20 - 25 Euro entspricht.
Die Tauben sind an Menschen gewöhnt und kommen sich das Futter von der Hand holen. Allerdings setzen sie sich auch auf den Kopf, Schulter und Arme. Zurück lassen sie auf der Kleidung den einen oder anderen Flecken Taubendreck der an ihren Füßen haftet.
Aber, was soll's. Für die Touristen sind die Tauben eine Attraktion der besonderen Art und man sieht sie an vielen Stellen des Markusplatzes die Tauben füttern.
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Schräg gegenüber der nördlichen Fassade der Markusbasilika steht der in den Jahren 1496 bis 1499 erbaute Uhrturm (Foto unten links). Die ursprünglich zweigeschossigen Seitentrakte wurden im 18. Jahrhundert um ein Geschoss und um den Teil mit dem Markuslöwen aufgestockt. Auf der Plattform des Turms stehen zwei Bronzestatuen die mit grossen Hämmern die Stunden schlagen.
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Die grosse Prachtuhr mit dem vergoldeten Ziffernblatt über dem Torbogen zeigt neben der Uhrzeit auch die Sonnen- und Mondphasen an. Das Foto unten zeigt den Uhrturm vom Balkon der Markuskirche aus.
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Eingerahmt vom Dogenpalast und der Bibliothek steht der in den Jahren 888 bis 912 erbaute, im Jahr 1902 eingestürzte und bis 1912 originalgetreu wieder aufgebaute 99 m hohe Glockenturm von San Marco (Campanile). Man kann über eine Treppe oder mit einem Aufzug das Glockengeschoss erreichen und genießt von hier aus eine herrliche Aussicht auf Venedig und die Lagune.
Als wir die Glockenstube besuchten fingen plötzlich zwei der vier Glocken an zu läuten. Der Geräuschpegel einer Disco ist ein leichtes Säuseln gegen die Lautstärke dieser Glocken.
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Die Fotos unten zeigen von der Glockenstube des Campanile aus die Dächer von Venedig und das Becken von San Marco.
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Foto unten: der Markuskomplex von der Wasserseite aus gesehen. Rechts der Dogenpalast. In der Mitte im Vordergrund die Säulen mit den Stadtheiligen Markus und Theodorus. Links daneben die Bibliothek und ein Teil der Prokuratie Nove. Hinter der Bibliothek steht der Glockenturm. Dahinter ein Teil der Prokuratie Vecchi und rechts daneben der Uhrturm. Daran schließt sich die Markusbasilika an.
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Der Dogenpalast war das politische und religiöse Machtzentrum der Republik Venedig. Hier waren der Wohnsitz des Dogen mit seinen Privaträumen, der Sitz der Regierung mit Amtsräumen und der Gerichtshof mit Gefängnissen.
Der Dogenpalast ist ein Prunkbau mit riesigen Sälen, die, mit Stuck und Goldornamenten, mit fantastischen Wand- und Deckenmalereien und mit riesigen Gemälden verziert, fast schon überladen sind. Zum Schutz dieses wertvollen Erbes werden die Räume beaufsichtigt und das Fotografieren ist verboten. An der Ausschmückung der Räumlichkeiten waren die bedeutendsten Maler des 16. Jh., allen voran Tintoretto, Tizian und Paolo Veronese, beteiligt. Es ist schade dass man keine Fotos von der ungeheuren Pracht und der künstlerischen Herrlichkeit all dieser Dinge zeigen kann. Wer es sehen und erleben will muß sich aufmachen und Venedig besuchen.
Auf dem Foto unten links sieht man die West- und die Südfassade des Dogenpalastes. Auf dem rechten Foto die dem Becken von San Marco zugewandte 71,5 m lange Südfassade mit der Brücke Ponte della Paglia, die über den Kanal Rio di Palazzo führt.
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Foto unten: der im gotischen Stil erbaute untere Teil der Fassade des Dogenpalastes, zur Mole hin mit den offenen Arkaden im Erdgeschoss und der schönen Loggia darüber.
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Der Innenhof des Dogenpalastes (linkes Foto): die westliche Fassade und (rechtes Foto) ein Teil der Basilika, in deren Arkaden sich der Eingang Porta della Carta befindet und der direkt zur Scala dei Giganti (Treppe der Giganten) führt (rechts unten im Foto).
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Den Namen "Treppe der Giganten" bekam sie nicht wegen ihrer Größe sondern wegen der beiden Kolossalstatuen, die am oberen Ende der Treppe stehen.
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Es sind Statuen von Mars und Neptun. Sie symbolisieren die Herrschaft Venedigs zu Lande und auf dem Wasser.
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An der Ostfassade des Dogenpalastes verbindet in Höhe der ersten Etage eine Hängebrücke im Barockstil den Dogenpalast mit dem Gefängnis. Es ist die Seufzerbrücke über die einst die Gefangenen zum Verhör, zu ihrem Prozess oder die Verurteilten in die Verliese geführt wurden. Wer hier vorbei kam seufzte beim Blick durch das Fenster ob der verlorenen Freiheit. Das Foto links unten zeigt die Seufzerbrücke von der Brücke Ponte della Paglia aus gesehen. Rechts: im Innern der Brücke der letzte Blick durch das vergitterte Fenster in die Freiheit.
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Kein geringerer als Casanova wurde hier zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Er war einer der wenigen denen die Flucht aus diesem Gefängnis gelang.
Die Fotos unten zeigen den Gefängnishof mit den vergitterten Fenstern.
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